Nur wenige deutsche Frauen verwenden Tagespflege mit Lichtschutz

Täglicher Schutz vor UVA- und UVB-Strahlung ist wichtig.

Täglicher Schutz vor UVA- und UVB-Strahlung ist wichtig.

Auch die sogenannten Altersflecke sind weniger alters- als lichtbedingt und heißen deshalb auch Lentigines solares. UVA-Strahlung ist ebenfalls für den sogenannten weißen Hautkrebs verantwortlich, der in den letzten Jahren immer mehr zunimmt. Die Basaliome und Spinaliome bilden zwar keine Metastasen, können aber in der Umgebung Gewebe zerstören und führen vor allem im Gesicht zu hässlichen Defekten.

Warum UVA-Schutz in Tagescremes wichtig ist

Dermatologen empfehlen deshalb immer häufiger, zumindest in der warmen Jahreszeit auch in der Tagespflege Lichtschutz zu verwenden. Ein Lichtschutzfaktor 15 schirmt 95 Prozent der UVB-Strahlen ab und gilt als ausreichend für Tagescremes. Zum Schutz vor Hautalterung ist auch ein wirksamer UVA-Schutz wichtig. Er sollte deshalb in Tagescremes ein Drittel des UVB-Schutzes betragen.

Doch Empfehlungen gibt es viele – und die Warnungen vor UV-Licht gibt es schon lange. Der HAUTREPORT wollte jetzt wissen, ob die deutschen Frauen Tagespflege mit Lichtschutz verwenden, und hat dazu in einer repräsentativen Studie 1.022 Frauen ab 14 Jahren befragt.0017_FMT_HR_01_02_12_S10_1323942328_large

Das Ergebnis überrascht: Nur 16,4 % der befragten Frauen verwenden überhaupt Pflege mit Lichtschutz; davon nur 6,1 % Cremes mit LSF 15. Jede zweite benutzt eine normale Tagescreme und bei Bedarf Lichtschutz (51 %). 13 % glauben, ihre Haut sei unempfindlich und brauche keinen Schutz, während 14,6 % die Empfehlungen für übertrieben halten. 3,9 % der Frauen sind den ganzen Tag über drinnen und verwenden deshalb keinen Schutz.

Wie im Winter die Abwehrkraft der sensiblen Haut gestärkt wird

HAUTREPORT: Herr Professor Paul, immer mehr Menschen klagen über empfindliche Haut. Oft verläuft ein Allergietest beim Dermatologen aber negativ. Wie kommt es dann zu den Hautreaktionen?

PROFESSOR PAUL: Eine Ursache ist sicher die zunehmende Belastung der Hautoberfläche mit Fremdstoffen und Umweltreizen, wie beispielsweise UV- Strahlung, Kälte oder Heizungsluft im Winter. Diese Belastung kann die natürliche Hautbarriere schädigen und die Abwehrkraft der Haut mindern. Das ist in der kalten Jahreszeit die größte Gefahr für empfindliche Haut. Bei Barrierestörungen wird die Haut durchlässiger und es dringen vermehrt Substanzen ein. Das kann zu Irritationen, im schlimmsten Fall sogar zu Kontaktekzemen und Hautinfektionen führen.

HAUTREPORT: Wie kommt es zur Störung dieser Barrierefunktion?

PROFESSOR PAUL: Warum die Barrierefunktion aus der Balance gerät, ist nicht eindeutig geklärt. Bekannt ist aber, dass der Wassergehalt sensibler Haut geringer ist. Ob das aber die Ursache oder Folge der gestörten Barrierefunktion ist, bleibt unklar. Messungen ergaben, dass der pH-Wert bei Menschen mit empfindlicher Haut erhöht sein kann. Die Folge: Der Säureschutzmantel und damit die Abwehrkraft der Haut ist geschwächt. Die Störung der Hautbarriere lässt zu, dass verschiedene Stoffe, Bakterien, Pilze und Viren von außen leichter eindringen und zu Hautveränderungen führen können.

HAUTREPORT: Was sind die Kennzeichen empfindlicher Haut?

PROFESSOR PAUL: Menschen mit empfindlicher Haut klagen beispielsweise über Juckreiz, Kribbeln, Brennen und Spannungsgefühl der Haut. Die Ausprägung dieser Symptome variiert und kann die Lebensqualität deutlich einschränken. Manchmal entstehen flächige Rötungen, raue Stellen oder Abschuppungen. Zudem können verschiedene Erkrankungen oder auch die Einnahme von Medikamenten dazu führen, dass die Haut empfindlich reagiert.

HAUTREPORT: Mit Beginn der kühleren Jahreszeit wird empfindliche Haut häufig noch leichter irritiert. Wie soll man sich jetzt pflegen?

PROFESSOR PAUL: Da die Luftfeuchtigkeit mit der Temperatur abnimmt und Kälte der Haut zusätzlich Feuchtigkeit entzieht, ist die Hautbarriere empfindlicher Haut jetzt besonders zu schützen. Für die Reinigung von Gesicht und Körper sollten immer Duschgele oder Waschcremes mit pH 5,5, also dem pH-Wert der gesunden Haut, verwendet werden. Pflegestoffe und Rückfetter stabilisieren die Hautbarriere schon beim Reinigen. In Cremes und Lotionen für Gesicht und Körper wirken beruhigende Inhaltsstoffe wie Panthenol und Aloe vera sofort gegen Irritationen. Zudem sollte soweit möglich auf Konservierungsmittel verzichtet werden. Als Bestandteil der Hautbarriere und aktives „Schutzschild“ gegen Infektionen sind auch antimikrobielle Peptide von großer Bedeutung. Diese werden teilweise ohne spezifische Stimulation als „Basisschutz“ und zu einem anderen Teil nach Stimulation zum Beispiel durch Bakterien, Entzündungen oder Verletzungen gebildet. Auch verschiedene Inhaltsstoffe von Pflanzen oder kosmetische Inhaltsstoffe wie beispielsweise Urea in Kombination mit bestimmten pflanzlichen Ölen können die Bildung antimikrobieller Peptide beeinflussen. Cremes und Lotionen mit solchen Inhaltsstoffen können die Abwehrkraft der Haut stärken und sind deshalb bei empfindlicher Haut sehr empfehlenswert.

HAUTREPORT: Gibt es Inhaltsstoffe, die bei empfindlicher Haut gemieden werden sollten?

PROFESSOR PAUL: Viele Inhaltsstoffe sollten bei der Pflege empfindlicher Haut nicht verwendet werden. Dazu gehört zum Beispiel Alkohol, denn er kann die Hautbarriere schädigen und die Haut bei niedrigen Temperaturen noch mehr austrocknen als im Sommer. Wie bereits erwähnt, sollte man generell darauf achten, dass keine Konservierungsmittel, bzw. keine Parabene enthalten sind. Auch Duftstoffe können ganzjährig problematisch sein. Es gibt inzwischen 26 deklarationspflichtige Duftstoffe, die in der Inhaltsstoffliste von Hautpflegeprodukten einzeln aufgeführt werden müssen, da diese häufig zu Allergien führen. Vermeiden sollte man außerdem Pflegeprodukte, die als Duftstoffe große Mengen an ätherischen
Ölen enthalten.

HAUTREPORT: Herr Professor Paul, wir danken Ihnen für das Gespräch.