Neurodermitis: Veränderungen im Ultraschall auch an gesunder Haut

Neurodermitis: Besonders oft betroffen sind die Ellenbeugen und Unterarme.

Neurodermitis: Besonders oft betroffen sind die Ellenbeugen und Unterarme.

Das Akutstadium der Neurodermitis ist geprägt durch juckende, nässende Ekzeme, die zwischen den Schüben durch ausgeprägte Trockenheit mit Schüppchenbildung auffallen. Langfristig zeigt sich eine Vergröberung der Hautfelderung, die sogenannte Lichenifikation. Außer bei generalisierten Schüben, die selten auftreten, ist die übrige Haut der Patienten von außen betrachtet meist unauffällig. Trotzdem zeigen Messungen des Ceramidgehalts, des transepidermalen Wasserverlustes und der Filaggrin-Expression auch bei klinisch normaler Haut von Neurodermitispatienten eine Reduktion gegenüber der Haut von Gesunden. In einer aktuellen Studie der Universität Posen konnten Hautveränderungen in klinisch unauffälliger Haut jetzt auch im Ultraschall nachgewiesen werden1.

Ultraschalluntersuchungen der Haut werden seit den 1970er Jahren unter anderem dazu eingesetzt, die Hautdicke und den Kollagengehalt der Haut zu bestimmen. In die aktuelle Studie wurden 15 Patienten mit atopischer Dermatitis aufgenommen, zwei Gruppen mit je 10 Patienten mit Psoriasis bzw. gesunder Haut dienten als Kontrolle. Alle Studienteilnehmer wurden mit einem hautspezifischen Ultraschallgerät (Derma Scan Cortex Technology, Hadsund, Denmark) untersucht. Bei Neurodermitis- und Psoriasispatienten wurden sowohl repräsentative Hautareale mit mittlerer Krankheitsaktivität als auch makroskopisch gesunde Hautareale, die in unmittelbarer Umgebung zu den Läsionen lagen, untersucht. Bei den gesunden Probanden wurde die Haut an der Beugeseite des Unterarms, 5 cm unterhalb der Ellenbeuge, gescannt.

Ultraschall zeigt bei Neurodermitis auffällige Befunde auch in vermeintlich gesunden Hautarealen

Bei allen Patienten mit Neurodermitis und Psoriasis fiel im Ultraschall in den betroffenen Hautarealen eine echoarme Zone im oberen Anteil der Dermis auf. Während jedoch bei Schuppenflechte klinisch intakte Haut im Ultraschall unauffällig blieb, war bei 40 Prozent der Patienten mit Neurodermitis auch in gesunden Hautarealen ein echoarmes Band nachweisbar. Die Autoren der Studie interpretieren diesen Befund als Ausdruck einer akuten Entzündung bzw. eines Ödems in den oberen Anteilen der Dermis auch in den klinisch unauffälligen Hautbereichen.

Psoriasis: Typisch ist der verstärkte Befall an den Streckseiten der Gelenke.

Psoriasis: Typisch ist der verstärkte Befall an den Streckseiten der Gelenke.

Die Studie zeigte nicht eindeutig, warum die Veränderung nur bei einzelnen Patienten auftrat,der Befund könnte jedoch auf einen schwerwiegenderen Verlauf der Erkrankung hinweisen. Damit ermöglicht die Ultraschalluntersuchung eine genauere Einschätzung des Krankheitsstadiums mit entsprechender Therapieempfehlung. Die erhobenen Befunde unterstützen nach Meinung der Untersucher die bei Neurodermitis empfohlene proaktive Therapie auch bei klinischer Erscheinungsfreiheit. Auch unauffällige Hautareale sollten regelmäßig mit geeigneten Produkten gepflegt werden, sodass die Hautbarriere anhaltend gestärkt wird. Ultraschalluntersuchungen könnten zukünftig die klinische Befunderhebung ergänzen. Hierfür sind jedoch weitere Studien an einer größeren Anzahl von Probanden erforderlich.

1 A. Danczak-Pazdrowska et al.: Seemingly healthy skin in atopic dermatitis: observations with the use of high-frequency ultrasonography, preliminary study. Skin Research and Technology, 2012:18: 162-167

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Juckreiz bei älteren Menschen — Aktuelle Forschungsergebnisse

Trockene Haut kann zu Ekzemen führen, wenn sie nicht entsprechend gepflegt wird.

Trockene Haut kann zu Ekzemen führen, wenn sie nicht entsprechend gepflegt wird.

Studien zur Häufigkeit von Pruritus, wie Juckreiz in der Fachsprache genannt wird, sind selten. Es wird allgemein angenommen, dass in der Allgemeinbevölkerung einer von zehn Einwohnern an chronischem Juckreiz leidet und die Häufigkeit nimmt mit dem Alter zu. In einer kleinen Studie mit 68 PatientInnen zwischen 50 und 91 Jahren war Juckreiz sogar bei 28 Prozent der ProbandInnen das am häufigsten genannte dermatologische Symptom. Verschiedene Hauterkrankungen sind häufig auch Ursache für Juckreiz.

Die Ursachen von Juckreiz sind vielfältig und müssen individuell behandelt werden

Hauterkrankungen gehen häufig mit Juckreiz einher; Schuppenflechte z.B. in neun von zehn Fällen, Neurodermitis sogar zu 100 Prozent. Besonders in fortgeschrittenem Alter ist trockene Haut eine häufige Ursache von Juckreiz. Aufgrund der im Alter reduzierten Produktion von hauteigenen Lipiden und Störungen im Cornified Envelope mit Mangel an Hornschichteiweißen, wie beispielsweise Filaggrin, tritt eine Barrierestörung mit Verlust an hauteigenen Feuchthaltefaktoren auf. Zusätzlich führen Medikamente wie zum Beispiel Diuretika, die zur Entwässerung unter anderem bei Herzschwäche und Bluthochdruck verordnet werden, zur verstärkten Austrocknung der Haut. Während die einfache Xerose und der daraus entstehende Juckreiz mit Hautpflegeprodukten, die die Barriere stärken, gut beeinflusst werden kann, müssen andere dermatologische Ursachen oft medikamentös behandelt werden.

Juckreiz bei systemischen Erkrankungen und medikamentös bedingter Juckreiz

Zusätzlich zu dermatologischen Ursachen sind gerade bei älteren Menschen internistische Ursachen wie Erkrankungen von Leber und Niere, hämatologische Erkrankungen, endokrine Erkrankungen wie Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse und Diabetes häufig die Verursacher trockener Haut. Nicht zuletzt kann es auch im Rahmen einer Krebserkrankung oder bei Infektionen wie beispielsweise HIV zu Juckreiz kommen.

Auch Medikamente wie Mittel gegen Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen, Antidiabetika, Antibiotika oder Antidepressiva können Juckreiz auslösen. Juckreiz durch Medikamente kann nach Absetzen des Medikaments schnell abklingen oder über mehrere Monate anhalten, oft sind die genauen Mechanismen, durch die der Juckreiz ausgelöst wird, nicht bekannt.
Juckreiz ist bei älteren Menschen häufig und sollte individuell diagnostiziert und behandelt werden. Neben Hautpflegemaßnahmen zur Verbesserung der Hautbarriere sind bei spezifischen Ursachen weitere Therapiemöglichkeiten einzusetzen.

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(1) Quelle: A. Reich, et al: Pruritus in the Elderly. Clin Dermatol 2011, 29, 15-23.

Neue Studie stellt Allergieschutz durch Stillen in Frage

Stillempfehlung: Eine aktuelle Studie stellt die vor Neurodermitis schützende Wirkung in Frage. Babyfoto: © Miodrag Gajic-iStock.com, dieses Foto steht nicht zum Download zur Verfügung

Stillempfehlung: Eine aktuelle Studie stellt die vor Neurodermitis schützende Wirkung in Frage.
Babyfoto: © Miodrag Gajic-iStock.com, dieses Foto steht nicht zum Download zur Verfügung

Das atopische Ekzem, auch als Neurodermitis bekannt, betrifft immer mehr Kinder vor allem in hochentwickelten Industrienationen. In den letzten zehn Jahren hat sich die Anzahl der Neurodermitiker verdreifacht, so dass es inzwischen in Deutschland mehr als vier Millionen Betroffene gibt. Bis zu zehn Prozent der Kinder und jungen Erwachsenen leiden unter entzündeter, trockener Haut mit oft starkem Juckreiz.
Die Neurodermitis gehört wie das Asthma und der allergische Schnupfen, die durch Allergene ausgelöst werden. Aufgrund der bisherigen Datenlage ging man davon aus, dass Stillen vor allergischen Erkrankungen schützt. Deshalb wird in der aktuellen S3-Leitlinie zur Prävention allergischer Erkrankungen das ausschließliche Stillen zur Ernährung des Babys bis zu einem Alter von vier Monaten empfohlen.

SCHUTZ VOR ATOPISCHEM EKZEM IM KINDESALTER NICHT BESTÄTIGT

In der Studie wurden die Kinder auf Beugenekzeme und mittels Epikutantest auf Allergien untersucht. Auf Fragebogen machten die Eltern Angaben zu früheren Hautveränderungen und der Ernährung des Kindes. Selbst Kinder, die leitliniengerecht ernährt wurden, die also während der ersten vier Monate ausschließlich Muttermilch erhielten, hatten keine Vorteile hinsichtlich ihres Allergierisikos. Es konnte kein Zusammenhang zwischen Ekzem und Stillen über sechs Monate hergestellt werden. Vielmehr war das Risiko für die Entwicklung eines Ekzems bei exklusivem Stillen über zwei, zwei bis vier und mehr als vier Monate in allen Gruppen gleich. Lediglich bei schweren Ekzemerkrankungen lag das Risiko in der Gruppe der nichtgestillten Kinder höher. Der Effekt war jedoch nicht mehr nachweisbar, wenn die Kinder länger als vier Monate gestillt wurden. Insgesamt konnte in der ISAAC Phase-Zwei-Studie kein Hinweis darauf gefunden werden, dass Stillen Kinder vor einem atopischen Ekzem schützen könne, so die Autoren.

DAS FREI HAUTFORSCHUNGSINSTITUT MEINT: STILLEN IST WEITERHIN WICHTIG! ES FÖRDERT DAS WOHLBEFINDEN DES KINDES UND INTENSIVIERT DIE MUTTER-KIND BINDUNG.

(1) C. Flohr et al: Lack of evidence for a protective effect of prolonged breastfeeding on childhood eczema: lessons from the International Study of Asthma and Allergy in Childhood (ISAAC) Phase Two, Br J Dermatol 2011;165 (6): 1280-128

Wie im Winter die Abwehrkraft der sensiblen Haut gestärkt wird

HAUTREPORT: Herr Professor Paul, immer mehr Menschen klagen über empfindliche Haut. Oft verläuft ein Allergietest beim Dermatologen aber negativ. Wie kommt es dann zu den Hautreaktionen?

PROFESSOR PAUL: Eine Ursache ist sicher die zunehmende Belastung der Hautoberfläche mit Fremdstoffen und Umweltreizen, wie beispielsweise UV- Strahlung, Kälte oder Heizungsluft im Winter. Diese Belastung kann die natürliche Hautbarriere schädigen und die Abwehrkraft der Haut mindern. Das ist in der kalten Jahreszeit die größte Gefahr für empfindliche Haut. Bei Barrierestörungen wird die Haut durchlässiger und es dringen vermehrt Substanzen ein. Das kann zu Irritationen, im schlimmsten Fall sogar zu Kontaktekzemen und Hautinfektionen führen.

HAUTREPORT: Wie kommt es zur Störung dieser Barrierefunktion?

PROFESSOR PAUL: Warum die Barrierefunktion aus der Balance gerät, ist nicht eindeutig geklärt. Bekannt ist aber, dass der Wassergehalt sensibler Haut geringer ist. Ob das aber die Ursache oder Folge der gestörten Barrierefunktion ist, bleibt unklar. Messungen ergaben, dass der pH-Wert bei Menschen mit empfindlicher Haut erhöht sein kann. Die Folge: Der Säureschutzmantel und damit die Abwehrkraft der Haut ist geschwächt. Die Störung der Hautbarriere lässt zu, dass verschiedene Stoffe, Bakterien, Pilze und Viren von außen leichter eindringen und zu Hautveränderungen führen können.

HAUTREPORT: Was sind die Kennzeichen empfindlicher Haut?

PROFESSOR PAUL: Menschen mit empfindlicher Haut klagen beispielsweise über Juckreiz, Kribbeln, Brennen und Spannungsgefühl der Haut. Die Ausprägung dieser Symptome variiert und kann die Lebensqualität deutlich einschränken. Manchmal entstehen flächige Rötungen, raue Stellen oder Abschuppungen. Zudem können verschiedene Erkrankungen oder auch die Einnahme von Medikamenten dazu führen, dass die Haut empfindlich reagiert.

HAUTREPORT: Mit Beginn der kühleren Jahreszeit wird empfindliche Haut häufig noch leichter irritiert. Wie soll man sich jetzt pflegen?

PROFESSOR PAUL: Da die Luftfeuchtigkeit mit der Temperatur abnimmt und Kälte der Haut zusätzlich Feuchtigkeit entzieht, ist die Hautbarriere empfindlicher Haut jetzt besonders zu schützen. Für die Reinigung von Gesicht und Körper sollten immer Duschgele oder Waschcremes mit pH 5,5, also dem pH-Wert der gesunden Haut, verwendet werden. Pflegestoffe und Rückfetter stabilisieren die Hautbarriere schon beim Reinigen. In Cremes und Lotionen für Gesicht und Körper wirken beruhigende Inhaltsstoffe wie Panthenol und Aloe vera sofort gegen Irritationen. Zudem sollte soweit möglich auf Konservierungsmittel verzichtet werden. Als Bestandteil der Hautbarriere und aktives „Schutzschild“ gegen Infektionen sind auch antimikrobielle Peptide von großer Bedeutung. Diese werden teilweise ohne spezifische Stimulation als „Basisschutz“ und zu einem anderen Teil nach Stimulation zum Beispiel durch Bakterien, Entzündungen oder Verletzungen gebildet. Auch verschiedene Inhaltsstoffe von Pflanzen oder kosmetische Inhaltsstoffe wie beispielsweise Urea in Kombination mit bestimmten pflanzlichen Ölen können die Bildung antimikrobieller Peptide beeinflussen. Cremes und Lotionen mit solchen Inhaltsstoffen können die Abwehrkraft der Haut stärken und sind deshalb bei empfindlicher Haut sehr empfehlenswert.

HAUTREPORT: Gibt es Inhaltsstoffe, die bei empfindlicher Haut gemieden werden sollten?

PROFESSOR PAUL: Viele Inhaltsstoffe sollten bei der Pflege empfindlicher Haut nicht verwendet werden. Dazu gehört zum Beispiel Alkohol, denn er kann die Hautbarriere schädigen und die Haut bei niedrigen Temperaturen noch mehr austrocknen als im Sommer. Wie bereits erwähnt, sollte man generell darauf achten, dass keine Konservierungsmittel, bzw. keine Parabene enthalten sind. Auch Duftstoffe können ganzjährig problematisch sein. Es gibt inzwischen 26 deklarationspflichtige Duftstoffe, die in der Inhaltsstoffliste von Hautpflegeprodukten einzeln aufgeführt werden müssen, da diese häufig zu Allergien führen. Vermeiden sollte man außerdem Pflegeprodukte, die als Duftstoffe große Mengen an ätherischen
Ölen enthalten.

HAUTREPORT: Herr Professor Paul, wir danken Ihnen für das Gespräch.

Die natürliche Abwehr der Haut – wie antimikrobielle Peptide die Haut schützen

Typisch bei der hautkrankheit Rosazea sind Rötungen, Pickel und Schwellungen im Gesicht.

Das Wissen über diese spezielle Abwehr wurde erst in den letzten Jahren umfangreicher. Die ersten Überlegungen zur bakterienabtötenden Aktivität im Nasensekret stammen jedoch bereits aus dem Jahr 1922, als Alexander Fleming das Lysozym im Nasensekret entdeckte.

Wie die Abwehr der Haut funktioniert
Pflanzen, Tiere und Menschen produzieren körpereigene antimikrobielle Peptide. Diese antimikrobiellen Peptide, wie das Defensin und das Cathelicidin, sind als natürliche Abwehr gemeinsam mit der intakten Hautbarriere und dem Säureschutzmantel der Haut für deren Schutz gegen Infektionen verantwortlich.
Defensine beispielsweise können grampositive und -negative Bakterien, Pilze, umhüllte Viren und Protozoen abtöten. Sie zählen zum angeborenen („unspezifischen“) Immunsystem und werden in Epithelzellen verschiedener Organe und speziellen Abwehrzellen, den Granulozyten gebildet. Neben der Funktion in der Infektabwehr sind die antimikrobiellen Peptide als „Alarmine“ zusätzlich ein wichtiger Bestandteil des Immunsystems der Haut, deren Bedeutung für entzündliche Hauterkrankungen und deren Therapie Gegenstand intensiver dermatologischer Forschung ist.(1)

Bei einer Neurodermitis mit juckenden Ekzemen vermutet man eine verminderte Produktion des antimikrobiellen Peptids Cathelicidin.

Störung der Hautbarriere bei Rosacea, Psoriasis und Neurodermitis
So kommt es bei vielen entzündlichen Hauterkrankungen, bei denen die Hautbarriere gestört ist, wie beispielsweise beim atopischen Ekzem, bei der Rosazea oder der Psoriasis, zu einer veränderten Expression des antimikrobiellen Peptids Cathelicidin. Bei der Rosazea liegt eine fehlerhafte Spaltung des Proteins vor, während bei der Neurodermitis eine verminderte Produktion diskutiert wird und bei Psoriasis das Cathelicidin erhöht ist. Aus Schuppenextrakten von Patienten mit Psoriasis konnte auch das erste humane induzierbare antimikrobielle Peptid, das hBD2 (2) und später hBD3, isoliert werden. Dies könnte die Beobachtung erklären, dass Patienten mit Schuppenflechte nur äußerst selten an Hautinfektionen leiden.
Die antimikrobiellen Peptide werden teilweise ohne spezifische Stimulation als „Basisschutz“ und zu einem anderen Teil nach Stimulation gebildet, zum Beispiel durch Bakterien, Entzündungen oder Verletzungen. Auch verschiedene Inhaltsstoffe von Pflanzen oder kosmetische Inhaltsstoffe könnten die Bildung antimikrobieller Peptide beeinflussen und so neue Anwendungsbereiche erschließen.

(1)Dombrowski Y et al.: Alarmine und ihre Bedeutung für entzündliche Hauterkrankungen. Akt Dermatol 2010; 36: 467–470.
(2)Schröder J.M.: Antimikrobielle Peptide. Pharmazeutische Zeitung, 16/2010. http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=33508.