Sonne: UVA schädigt das Erbgut der Hautzellen

Der Besuch im Solarium bedeutet nicht nur gebräunte Haut, sondern auch ein erhöhtes Hautkrebsrisiko. Foto: © .shock/Fotolia.com

Der Besuch im Solarium bedeutet nicht nur gebräunte Haut, sondern auch ein erhöhtes Hautkrebsrisiko.
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Neue Untersuchungen konnten jetzt zeigen, wie es zur DNA-Schädigung durch UVA kommt (1). UVA-Strahlung ist energiearm und führt nicht direkt zu Schäden am Genom wie die UVB-Strahlung. Die DNA Veränderungen kommen vielmehr über den Umweg der oxidativen Schäden zustande, die wiederum durch Sauerstoffradikale (ROS) vermittelt werden. Werden Zelllinien vor der Bestrahlung mit UVA mit einem Radikalfänger (Antioxidans) behandelt, wird die Menge an beschädigter DNA deutlich geringer. Dies sei ein Indiz dafür, dass freie Radikale für das Schadensbild essenziell sind, so Prof. Karl-Otto Greulich vom Leibniz-Institut für Altersforschung Jena. Durch ein spezielles Verfahren, das Comet-Assay, konnte gezeigt werden, dass die Brüche indirekt aus der Reparatur von oxidativen Schäden entstehen, nämlich immer dann, wenn beide Einzelstränge der DNA eine Bruchstelle aufweisen und die Bruchstellen sehr nahe aneinander liegen.

Neue Hinweise zur Risikobewertung von UV-Strahlung im Solarium

Da UVA nicht nur im natürlichen Licht vorkommt, sondern die hauptsächlich emittierte Strahlung in Solarien ist, liefert die Studie wichtige Hinweise zur Entstehung von Hautkrebs und für die Risikobewertung der UV-Strahlung, so die Meinung von Experten.

Aufgrund früherer Untersuchungen des Instituts soll die von der Sonne abgestrahlte Infrarot-Strahlung die DNA-Reparaturmechanismen stärken, so dass ein natürliches Sonnenbad nicht ganz so gefährlich sein soll wie der Gang ins Solarium.

(1) Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Altersforschung Jena. http://www.fli-leibniz.de/news/press.php?&doc=1816

Studie zeigt: Notwendigkeit von Sonnenschutz im Auto unbekannt

Die meisten Autofahrer fühlen sich während der Fahrt vor schädlicher UVA- und UVB-Strahlung geschützt. Foto: © xalanx/iStockphoto.com

Die meisten Autofahrer fühlen sich während der Fahrt vor schädlicher UVA- und UVB-Strahlung geschützt.
Foto: © xalanx/iStockphoto.com

Die Auswertung von 225 Patientenfragebögen einer Klinik für Mikrochirurgie ergab ein Durchschnittsalter von 68 Jahren, 56 Prozent der Befragten waren weiblich und 44 Prozent männlich. Von diesen hatten 90 Prozent Hautkrebs verschiedener Art in der Vorgeschichte, bei 89 Prozent lag ein heller Hauttyp vor (Fitzpatrick II und III). 88 Prozent der Befragten halten Sonnenschutz im Auto nicht für nötig

Trotz der positiven Hautkrebsvorgeschichte und der hauttypbedingten Gefährdung waren 88 Prozent der Befragten der Meinung, bei geschlossenen Fenstern sei ein Sonnenschutz während der Autofahrt nicht nötig. Auch bei geöffnetem Fenster hielten immer noch 59 Prozent der Männer und Frauen eine Sonnencreme für überflüssig. Analog zu den Angaben verwendeten zwar 38 Prozent täglich Sonnenschutz, aber nur 15 Prozent beim Autofahren. Bei den wenigen Sonnencremeverwendern waren nur Gesicht und Hals ausreichend geschützt, Hände und Arme wurden von einem Drittel der Befragten überhaupt nicht eingecremt.

Gefährdung durch UV-Bestrahlung im Auto sollte nicht unterschätzt werden

Die Haut ist während der Autofahrt auch bei geschlossenem Fenster ultravioletter Strahlung ausgesetzt. Da UVA- und UVB-Strahlung nachgewiesenermaßen zu Hautkrebs führen kann, sollten insbesondere Autofahrer mit hellem Hauttyp und Hautkrebspatienten vermehrt darauf hingewiesen werden, konsequent Sonnenschutz an Gesicht, Hals, Dekolleté, Armen und Händen zu verwenden. Die Zeit, die heutzutage im Auto verbracht wird, darf dabei nicht unterschätzt werden. Besonders belastet wird die Haut von Menschen, die beruflich viel mit dem Auto unterwegs sind wie Taxi- oder LKW-Fahrer, Außendienstmitarbeiter oder Fahrlehrer.

(1) JAAD.org/article/SO190-9622 (12) 02372-9, publiziert 05.Februar 2013.

Vitamin A könnte das Risiko für Melanome senken (1)

Viel Gemüsearten enthalten Betacarotin als Vorstufe zu Vitamin A.Foto: ©Jeanine Groenewald/iStockphoto.com

Viel Gemüsearten enthalten Betacarotin als Vorstufe zu Vitamin A.
Foto: ©Jeanine Groenewald/iStockphoto.com

Hautpflegeprodukten angewandt, unterstützt es die Hautregeneration, wirkt gegen Fältchen und fördert die Kollagenneubildung. In einer neuen US-Studie mit mehr als 67.000 Teilnehmern im Alter von 50-76 Jahren wurde jetzt untersucht, inwiefern eine Nahrungsergänzung mit Vitamin A die Haut sogar vor Krebs schützen kann. In der Studie wurden die Ernährungsgewohnheiten, das Krebsrisiko, die Lebensumstände sowie die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln über die Dauer von sechs Jahren genau dokumentiert. Während der Beobachtungszeit entwickelten 566 Personen ein malignes Melanom. Die Häufigkeit der Melanome war bei Personen, die Vitamin A als Nahrungsergänzung eingenommen hatten um 40 Prozent geringer als bei Teilnehmern, die nie Vitamin-A-Präparate eingenommen hatten. Dabei war eine Schutzwirkung nur bei Einnahme von mehr als 1200 µg/d vorhanden. Die DGE-Empfehlung liegt derzeit bei 1000 µg/d für Männer und 800 µg/d für Frauen (1,0 mg, bzw. 0,8 mg). Handelsübliche Vitaminpräparate enthalten meist deutlich geringere Dosen, da Vitamin A bei Überdosierung zu gesundheitlichen Problemen führen kann. Sobald mehr Vitamin zugeführt wird als die Leber speichern kann, kommt es zu einer Vergiftung mit Kopfschmerzen, Hautveränderungen, Knochenveränderungen und Blutungen. Wird in der Schwangerschaft zu viel Vitamin A zugeführt, können Missbildungen beim Kind auftreten. Aus diesem Grund sollten Schwangere nicht mehr als 3000 µg Vitamin A zu sich nehmen. (1) Asgari M. M. et al. Association of Vitamin A and Carotenoid Intake with Melanoma Risk in a Large Prospective Cohort. Journal of Investigative Dermatology. Published online March 2012.Springermedizin.de vom 21.3.2012

Hautkrebsvorsorge: Sonnenschutz für Kinder beim Sport

Foto: ©Anatoliy Samara/iStockphoto.com ,dieses Foto steht nicht zum Download zur Verfügung

Outdoorsport im Kindesalter führt jedoch nach einer aktuellen Studie zu häufigerem Auftreten von solchen Nävi, wie Forscher in einer umfangreichen Studie mit 660 elfjährigen Kindern jetzt herausgefunden haben (1). Dazu wurden die Anzahl der Pigmentmale zu Beginn der Studie und nach zwei Jahren gezählt. Die Kinder wurden in eine Gruppe „Outdoorsport“, hierzu zählten z. B. Tennis oder Fußball, oder in die Kontrollgruppe eingeteilt, die nur Sportarten betrieben, die drinnen erfolgten, wie Tanzen, oder aber Kinder, die gar keinem Sport nachgingen. Zu Beginn der Studie hatten die Kinder beider Gruppen gleich viele Nävi, nach zwei Jahren stieg die Anzahl der Pigmentmale bei den Kindern, die draußen Sport betrieben, signifikant an. Insgesamt hatte die Outdoor- Gruppe signifikant mehr Nävi, die zu Hautkrebs führen können.

Da die Sonnenbelastung (UV Index) bereits im Frühjahr und bei bedecktem Himmel sehr hoch sein kann, empfehlen die Forscher, Sportveranstaltungen für Kinder möglichst im Schatten und auf keinen Fall in der Mittagszeit durchzuführen. Kinder sollten an Wettkampftagen UV-undurchlässige Sportkleidung tragen und die unbedeckten Haut sollte mit entsprechenden Sonnenschutzprodukten eingecremt werden.
Der Schutz sollte nicht nur für die Sportler gelten, auch die Zuschauer sollten die Sonnenbelastung nicht unterschätzen. Wie Fotos der Forscher von Zuschauerrängen bei einem Kinderfußballspiel im Frühjahr zeigten, trugen nur 40 Prozent der Zuschauer langärmelige Kleidung, Sonnenbrillen oder Kopfbedeckungen – trotz hoher UV-Belastung (UV Index 6,5).

(1) Br J Dermatol 2011, 165: 360-365 in: Aktuelle Dermatologie 12, 2011

Jeder vierte Deutsche hat Probleme mit seiner Haut

Bei Hautveränderungen kann nur der Arzt helfen.

Bei Hautveränderungen kann nur der Arzt helfen.

In einer umfangreichen Studie der Universität Hamburg analysierte das Team von Professor Matthias Augustin Daten von 90.880 Angestellten, die sich einem Hautkrebsscreening unterzogen hatten. (1) Die Betroffenen waren 16-70 Jahre alt und führten eine vom Arbeitgeber angebotene Hautkrebsfrüherkennung durch.

Die Ergebnisse zeigten, dass mehr als ein Viertel (25,13 %) der Untersuchten Muttermale aufwiesen, bei 16,7 % konnten sogar mehr als 40 solcher beobachtungswürdiger Hautveränderungen gezählt werden. Muttermale haben gerade in den jüngeren Altersgruppen zwischen 31 und 40 Jahren die Nase vorn, während bei den Älteren nur 7,2 % Nävi aufwiesen, dafür aber die Anzahl der altersbedingten Veränderungen (Altersflecke) anstieg. Unter den Hauterkrankungen mit entzündlichen Komponenten war die Akne vulgaris mit 3,9 % am häufigsten. An Schuppenflechte litten zwei von hundert Untersuchten. Röschenflechte (Rosacea) war bei 2,3 % und ein atopisches Ekzem (Neurodermitis) bei 1,3 % feststellbar. Besorgniserregend war die hohe Anzahl an Patienten mit Pilzinfektionen mit insgesamt 11,2 %. Nagelpilz war mit 6,6 % noch häufiger als Fußpilz (5,1 %). Pilzerkrankungen betrafen vor allem Männer, die dreimal so häufig befallen waren wie Frauen (15,4 % vs. 6,5 %).

Jede vierte Hautveränderung war medikationspflichtig

Immerhin 11.291 Untersuchte wiesen behandlungsbedürfte Befunde auf; insgesamt war jede vierte Hautveränderung medizinisch relevant. Bei den Männern war es sogar jeder Dritte, bei den Frauen etwas mehr als jede Fünfte. Laut der Beurteilung der Autoren ist der Anteil an Hautkranken zwar hoch, entspreche jedoch der Situation im niedergelassenen und Klinikbereich. Immerhin würden hier jährlich über 20 Millionen Patienten behandelt.

 (1) publiziert am: 18.10.2011 9:30 Autor: Dr. Dagmar Kraus; Quelle: springermedizin.de basierend auf: Augustin M. et al. Prevalence of skin lesions and need for treatment in a cohort of 90.880 workers. BJD 2011, 165: 865-873