Koffein in Pflegeprodukten glättet und strafft die Haut

Koffein hält nicht nur wach, es kann sich in speziellen Cremes auch positiv auf die Schönheit auswirken. Foto: ©leroy131/fotolia.com

Koffein hält nicht nur wach, es kann sich in speziellen Cremes auch positiv auf die Schönheit auswirken.
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Ein wertvoller Inhaltsstoff in Hautpflegeprodukten, die gegen Cellulite wirken, ist das Koffein, das wir aus Kaffee und Tee kennen. Koffein kann entweder aus der Kaffeebohne oder dem Teestrauch (Camellia sinensis) gewonnen oder synthetisch hergestellt werden. In Wirkung und Verträglichkeit bestehen keine Unterschiede. Koffein ist in der Dermatologie als Wirkstoff schon lange bekannt, es entwässert das Gewebe und aktiviert zugleich ein Enzym, das Fett spalten und abbauen hilft. Die Fettspaltung erfolgt über die Aktivierung des Enzyms Triacylglycerol lipase, welches das Fett in Fettsäuren und Glycerin spaltet.

Gute Effekte der Pflegeprodukte bei unbedenklichem Koffeingehalt

In Straffungsölen oder -cremes wird Koffein in Konzentrationen von 0,5 bis 3 Prozent eingesetzt, seine Wirkung wird durch den Zusatz anderer Inhaltsstoffe wie beispielsweise Vitamin B3 verstärkt. Dieses Vitamin ist von zentraler Bedeutung für den Stoffwechsel von Eiweißen, Fetten und Kohlehydraten. Es verbessert den Transport von Koffein zu den Zellen und kann so die Konzentration von Koffein am Wirkort erhöhen. So wird schon bei relativ niedrigem, auch bei vollständiger Resorption unbedenklichem Koffeingehalt im Produkt ein guter Effekt erreicht.

Das frei® ACTIVE BALANCE MassageÖl Cellulite entwässert und strafft die Haut mit hochwirksamem Koffein.

Das frei® ACTIVE BALANCE MassageÖl Cellulite entwässert und strafft die Haut mit hochwirksamem Koffein.

Die Wirkung von Koffein in der Anti-Cellulite-Pflege wird grundsätzlich durch Maßnahmen verbessert, die die Durchblutung anregen, dazu gehören Bürsten- oder Zupfmassagen, Peelings oder die Erwärmung der Haut durch Wickel, beispielsweise mit Folie. Durch die bessere Durchblutung werden überflüssiges Gewebewasser abtransportiert und die Fettgewebszellen reduziert.

Vielseitige Verwendung von Koffein in der Kosmetik

Koffein wird in der Kosmetik nicht nur in Hautpflegeprodukten eingesetzt, die eine straffende Wirkung haben, wie Massageöle oder -cremes, sondern auch in Produkten mit abschwellender Wirkung wie zum Beispiel Augencremes. In Haarshampoos und Haarwasser soll Koffein die Haarwurzeln stärken und so gegen Haarausfall wirken.

Cellulitebehandlung durch Massagen mit einem Wirkstofföl

Eine gute Ergänzung zur Massage ist Gymnastik, die die Oberschenkel strafft. Gymnastikfoto: © Marco Wydmuch - Fotolia.com, dieses Bild steht nicht zum Download zur Verfügung.

Eine gute Ergänzung zur Massage ist Gymnastik, die die Oberschenkel strafft.
Gymnastikfoto: © Marco Wydmuch – Fotolia.com, dieses Bild steht nicht zum Download zur Verfügung.

HAUTREPORT: Herr Dr. Neufang, Cellulite ist zu Beginn der Sommersaison regelmäßig ein Thema. Was gibt es Neues?
DR. NEUFANG: Über Cellulite wird und wurde viel geforscht, weil es ein Hautproblem ist, das zwar harmlos ist, aber die Betroffenen sehr stört. Die Ursachen sind vielschichtig; als Grundvoraussetzung gilt eine bestimmte Anordnung der elastischen Fasern im Bindegewebe. Dieses ist bei Neigung zu Cellulite säulenartig angeordnet, um bei Frauen während der Schwangerschaft eine maximale Dehnbarkeit zu erreichen. Dadurch kann sich aber das subkutane Fettgewebe an die Oberhaut vorwölben und wird als Orangenhaut sichtbar. Neue Erkenntnisse zeigen jedoch, dass bei Cellulite auch andere Veränderungen auftreten, die man durch entsprechende wirkstoffhaltige Hautpflegeprodukte und eine geeignete Anwendungsform, nämlich die Massage, durchaus verbessern kann.
HAUTREPORT: Welche Veränderungen liegen bei Cellulite vor?

DR. NEUFANG: Viele, teilweise auch widersprüchliche, Ergebnisse zeigen, dass es sowohl zu Veränderungen in der Fettgewebszelle selbst als auch zu Veränderungen der umgebenden Bindegewebszellen mit Verhärtung und dadurch vermindertem Lymphfluss und Minderdurchblutung kommt.

HAUTREPORT: Welche Folgen hat dies für die Behandlung der Cellulite?

DR. NEUFANG: Die Struktur des weiblichen Bindegewebes wird durch den Einfluss der Östrogene gesteuert und ist durch Pflegeprodukte oder Maßnahmen von außen nicht zu beeinflussen. Die Gegebenheiten im Fettgewebe, der Lymphfluss und die Minderdurchblutung können dagegen sowohl durch bindegewebswirksame Massagen als auch durch spezielle Inhaltsstoffe verbessert werden. Die Behandlung sollte die Anzahl und Größe der Fettzellen reduzieren, den Lymphfluss und die Durchblutung anregen und die Kollagenbildung unterstützen.

HAUTREPORT: Welche Inhaltsstoffe sind empfehlenswert?

DR. NEUFANG: Koffein kann im subkutanen Fettgewebe die Fettgewebsspaltung unterstützen. Vitamin A, das Retinol, fördert die Kollagenneubildung und Vitamin B3 unterstützt den Hautstoffwechsel und die Durchblutung. Vitamin E ist sinnvoll zur Verbesserung der Elastizität des Bindegewebes, das bei ausgeprägter Cellulite auch verhärtet erscheinen kann.

HAUTREPORT: Es werden viele spezielle Geräte und Cremes für die Anti-Cellulite-Massage angeboten. Welche sind sinnvoll?

DR. NEUFANG: Hier ist die Studienlage nicht eindeutig. Nur wenige Untersuchungen stützen die oft kostenintensiven Massagen mit verschiedenen Geräten. Eine gewisse Wirkung kann auf jeden Fall erwartet werden, da alle Methoden zu einer verbesserten Durchblutung und einer Anregung des Lymphflusses führen. Eine Studie an der Universität von Ankara konnte sogar eine Reduktion der Fettgewebsdicke durch Massagen nachweisen. Die gerätebasierte Massage war dabei nicht signifikant besser als Massagen ohne Gerät. Wichtig ist, dass durch die Massage der Lymphrückfluss angeregt wird. Dies kann mit Hilfe von Massagegeräten, aber auch durch Massagetechniken ohne Gerät erreicht werden.0017_FMT_HR_01_02_12_S4_1323941616_large

 

Massage hilft effektiv bei Cellulite

In Kombination mit frei Active Balnce MassageÖl Cellulite und einer regelmäßigen Massage wird das Bindegewebe sichtbar straffer.

In Kombination mit frei Active Balnce MassageÖl Cellulite und einer regelmäßigen Massage wird das Bindegewebe sichtbar straffer.

Massagen, die den Lymphfluss und die Durchblutung verbessern und auch die Fettmasse reduzieren sollen, sind eine beliebte und nebenwirkungsarme Methode, die entweder mit unterstützenden Hautpflegeprodukten kombiniert oder auch allein angewendet werden kann. Leider ist der Erfolg auch hier nicht garantiert, sondern von begleitenden Umständen wie Ernährung und Sport abhängig. Doch was bringen Massagen wirklich? In einer umfangreichen Studie an der Universität von Ankara wurde die Effektivität von verschiedenen physikalischen Behandlungsmethoden zur Fettgewebsreduktion bei Cellulite getestet (1). Insgesamt 60 Frauen über dreißig mit Cellulite, die mindestens Grad 2 aufwies (Klassifikation nach Nurnberger und Müller), wurden in die Studie aufgenommen, nach dem Zufallsprinzip in drei Gruppen aufgeteilt und mit drei verschiedenen Methoden behandelt. Die Behandlungsdauer betrug fünf Wochen. Vor und nach der Behandlung wurden Körpergewicht, Body Mass Index, der prozentuale Fettanteil, Fettmasse und der totale Wassergehalt bestimmt  (TBF 300, Tanita Corp. Japan). Zusätzlich wurden der Hüftumfang und das Taille-Hüft-Verhältnis (Waist-Hip-Ratio) bestimmt.

Drei verschiedene Massagemethoden im Test

Gruppe 1 erhielt insgesamt 15 Massagen mit einem Gerät, das auf der Depressomassage-Technik basiert (MM-Technik, CFK Concepts, Skintonic, Valance, France). In Gruppe 2 wurde von Physiotherapeuten eine manuelle Lymphdrainage durchgeführt (MLD-Technik). Während des fünfwöchigen Behandlungszeitraums erfolgten 20 Massagen, die durch das Tragen von Kompressions-Stützstrümpfen Klasse 2 ergänzt wurden. In der dritten Gruppe erhielten die Frauen viermal wöchentlich manuelle Bindegewebsmassagen mit der CTM- Technik (Connective Tissue Manipulation), einer speziellen Technik, die auf die Bindegewebszellen wirken soll und den venösen und lymphatischen Kreislauf aktiviert. Insgesamt wurde auch in dieser Gruppe 20 mal behandelt.

Verringerung des Unterhautfettgewebes in allen drei Gruppen

Körpergewicht und Body Mass Index waren in allen Gruppen nach der Behandlung erwartungsgemäß unverändert. Jedoch zeigten sich Verringerungen des Gewebewassergehaltes und der Fettgewebsdicke im Bauch-, Hüft- und Oberschenkelbereich nach der Behandlung. Die Ergebnisse mit den Massagemethoden waren unterschiedlich: Mit Depresso-Massage (MM) und Bindegewebsmassage (CTM) konnte das Fett an der Taille und oberhalb des Beckenkamms am besten reduziert werden, während die manuelle Lymphdrainage (MLD) am besten auf das Oberschenkelfett wirkte. Insgesamt seien alle Methoden geeignet, das Fettgewebe zu reduzieren, können jedoch eine chirurgische Behandlung wie beispielweise eine Fettabsaugung nicht ersetzen, so die Autoren.0016_FMT_HR_11_12_11_Seite6_1318856915_large

1) Tunay V Bayrakci et al.: Effect of mechanical massage, manual lymphatic drainage and connective tissue manipulation techniques on fat mass in women with cellulite. JEADV 2010, 24, 138-142